Gerd Rainer Weber

Listenplatz 1 der Landesliste, Listenplatz 1 der Kreisliste Neunkirchen

Vorname(n): Gerd Rainer
Nachname: Weber

Jahrgang: 1966
Alter: 51 Jahre

Wohnort: Ottweiler

Familienstand: verheiratet

Aktueller Beruf: Selbstständig, u.a. als Kommunikationstrainer

Frühere Parteimitgliedschaften: Keine
Funktionen innerhalb der Partei/parteinahen Organisationen:
Landes- und Kreisvorsitzender, Kreistagsmitglied,
Kreisbeigeordneter des Landkreises Neunkirchen

Themenschwerpunkt: ÖPNV

Die Nutzung von Bussen und Bahnen im Saarland ist momentan nicht attraktiv genug, sodass viele Menschen nicht bereit sind, den eigenen Pkw zugunsten des ÖPNV zuhause stehen zu lassen. Insbesondere müssen wir etwas am bisherigen Fahrpreis-Modell ändern. Unser Vorschlag hierzu ist die Einführung eines fahrscheinlosen ÖPNVs. Ein Festhalten am bisherigen Modell führt uns nicht aus dem Teufelskreis von geringem Fahrgastaufkommen und Preiserhöhungen, die wiederum zu einem noch geringerem Fahrgastaufkommen führen.

Öffentlicher Personennahverkehr ist unseres Erachtens ein Teil der Daseinsvorsorge. Das heißt, es ist eine staatliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Menschen öffentliche Verkehrmittel nutzen können, um von A nach B zu kommen und sich gleichzeitig diese Mobiltät aber auch leisten können. Beim fahrscheinlosen ÖPNV zahlen alle Bürgerinnen und Bürger eine geringe monatliche Abgabe in Form von Bürgerbeiträge. Im Gegenzug können alle den Nahverkehr im ganzen Land unbegrenzt und ohne Ticket nutzen. Ein fahrscheinloser ÖPNV macht die komplizierte Auswahl des richtigen Tickets überflüssig. Die Sorgen um die Gültigkeit des eigenen Tickets sind vorbei: Kein „habe mein Ticket vergessen“, Kontrollen sind nicht mehr notwendig, es gibt kein Schwarzfahren mehr.

Wenn statt teurer Einzel- oder Monatsfahrkarten eine ÖPNV-Flatrate ohne Fahrschein angeboten wird, trägt das auch dazu bei, dass die Bereitschaft zur Nutzung und die Auslastung des ÖPNV steigt statt weiter abnimmt. Alle finanzieren so gemeinsam – solidarisch – den Verkehr der Zukunft und sparen im Vergleich zu heute viel Geld. Einige Haushalte schaffen vielleicht einen Pkw freiwillig ab und sparen persönlich noch mehr. Ein unkomplizierter Zugang schafft hohe Attraktivität, einfach einsteigen und losfahren. In einem weiteren Schritt muss dann das Liniennetz inklusive Nachtbusse weiter ausgebaut und optimiert, die Anzahl und Taktung der Busse erhöht werden. Dafür sollten die durch das System des fahrscheinlosen ÖPNV erzielten Einnahmen verwendet werden.

Durch den fahrscheinlosen öffentlichen Nahverkehr werden alle Teilnehmer an der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur beteiligt, das Gesamtverkehrsaufkommen nachhaltig reduziert und somit auch dem Umweltschutzgedanken Rechnung getragen. Bus und Bahn produzieren weniger Emissionen pro Personenkilometer als ein Pkw. Das hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Luftqualität. Weniger Fahrzeuge auf der Straße und in Parkzonen bedeuten, dass mehr Platz für Fuß- oder Fahrradwege und für das Leben vorhanden ist. Das bringt in den Städten mehr Lebensqualität für alle Menschen. Autofahrende fahren Auto, wenn sie mögen, nicht müssen. Für alle steht eine Alternative und ein zusätzliches Angebot bereit. Sobald die Ersten das Fahrzeug auch mal stehenlassen, verbessert sich schnell die Stauproblematik im gesamten Verkehrssystem. Durch weniger dichten Verkehr sinkt zudem das Unfallrisiko deutlich.

Um grenzüberschreibende Bus- und Zugverbindung nach Luxemburg und Lothringen auszubauen und damit eine bessere Vernetzung in der Großregion zu erreichen, schlagen wir vor, einen grenzenlosen, fahrscheinfreien ÖPNV, der umlagenfinanziert ist, einzuführen. Das Saarland, Luxemburg und Frankreich müssten hierzu ein entsprechendes Verkehrskonzept aufstellen, um allen Menschen in der Großregion zu ermöglichen, den ÖPNV möglichst einfach und fahrscheinfrei zu nutzen. Dadurch könnte die Region insgesamt gestärkt werden und die Idee eines grenzenlosen Europas weiter wachsen. Alle Seiten würden davon profitieren. Gerade auch Berufspendler zwischen den drei Ländern hätten dadurch große Vorteile.

Aktuell weist der ÖPNV im Saarland vor allem zwei gravierende Nachteile auf: Er ist zeitlich zu unflexibel und zu teuer. Busse fahren bestimmte Ortschaften in zu geringer Taktung an und ab gewissen Uhrzeiten sogar überhaupt nicht mehr. Dies und die Preise innerhalb des Tarifverbands führen dazu, dass Bus und Bahn für viele keine Alternative zum eigenen Pkw darstellen. Die Erweiterung der vorhandenen Fahrzeugflotte im ÖPNV um autonome Fahrzeuge bietet dagegen gleich mehrere Vorteile. So könnte man sich beispielsweise ein autonomes Fahrzeug schnell und einfach per App bestellen, das einen dann vor der eigenen Haustür abholt und entweder direkt zum Ziel, zum nächsten Bahnhof oder zur nächsten Bushaltestelle und wieder nach Hause bringt. Da autonome Fahrzeuge selbständig fahren und lenken, muss man sich nicht auf den Verkehr konzentrieren, sondern kann die Fahrtzeit mit anderen Aktivitäten wie Lesen oder Vorbereitungen auf den nächsten Termin sinnvoll nutzen. Gleichzeitig werden Straßen entlastet und Staus vermieden, da weniger Fahrzeuge unterwegs sind und die Verkehrssicherheit erhöht, weil diese Fahrzeuge sich automatisch an Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Sind die autonomen Fahrzeuge mit Elektromotoren ausgestattet, wird zudem noch die Umwelt entlastet, wenn man auf den eignen Pkw mit Verbrennungsmotor verzichtet. Preise können durch die Technologie sinken, da keine Personalkosten für Busfahrer oder Lokführer entstehen und der Dienst kann zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden, da Maschinen keine Ruhezeiten einlegen müssen.

Wir Piraten wollen zudem, dass das Saarland Ingieuren- und Entwicklern vor Ort die Möglichkeit bietet, ihre technischen Innovationen im Bereich des autonomen Fahrens erproben zu können und die deutsche Automobil- und Zuliefererindustrie damit auf ein neues Zeitalter der Automobilentwicklung vorzubereiten. Hierzu muss das Land Forschungseinrichtungen an den Hochschulen mit mehr Fördergeldern ausstatten bzw. mehr Fördermittel auf Bundes- und Europaebene einwerben. So kann das Saarland als Autofahrerland und Sitz von Automobil- und Zuliefererindustrie zum Vorreiter und Innovationsstandort im Bereich der Zukunftstechnologie des autonomen Fahrens werden.

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