Pressemitteilung

PIRATEN: Beim ÖPNV in die Zukunft denken statt am falschen Ende sparen!

Abstellgleis der Saarbahn in Lebach

Die Saarbahn GmbH schreibt in ihrer Pressemitteilung (https://www.saarbahn.de/artikeldetail/article-5f2bcafec0104):

„Aus wirtschaftlichen Gründen werden von den 28 Zügen 15 mit einer Zwei- und 13 mit einer Einsystemtechnik ausgestattet. Die Fahrzeuge mit einer Einsystemtechnik können mit 750 Volt Gleichspannung Straßenbahnstreckenabschnitte und Eisenbahnstrecken befahren. Die Zweisystemfahrzeuge können zusätzlich dabei sowohl auf Strecken mit 750 Volt Gleichspannung sowie mit 15000 Volt 16 2/3 Hz Wechselspannung verkehren.“

Dazu Klaus Schummer von den saarländischen PIRATEN:

„Vor über 20 Jahren dachte man weiter als heute. Die aktuellen Saarbahn-Fahrzeuge sind von Anfang an einheitlich und damit universell einsetzbar gebaut worden. Diese Flexibilität soll nun anscheinend geopfert werden, um bei einer Beschaffung im ohnehin dreistelligen Millionenbereich einmalig ein paar Millionen Euro einsparen zu können.

Dafür könnten dann fast die Hälfte der neuen Fahrzeuge ohne einen Umbau der Infrastruktur, der auch wieder Geld kosten würde, nur noch bis zum Römerkastell fahren und noch nicht einmal selbstständig die Saarbahn-Werkstatt in Brebach erreichen, da dazu die mit Wechselspannung elektrifizierte DB-Infrastruktur gekreuzt werden muss.

Mit diesen Fahrzeugen könnte es aber auch am anderen Ende der Saarbahn-Strecke Probleme geben. Die Elektrifizierung von Illingen bis Lebach (-Jabach) ist zwar unsicher und vorläufig aus Kostengründen abgeblasen worden. Wenn sie aber doch noch käme, dann wäre mit diesen Fahrzeugen auch Lebach nicht mehr erreichbar und es könnten nach dem derzeitigem Stand nur noch die Kurse bedient werden, die bereits in Heusweiler enden.

Die Strecken über Fürstenhausen nach Großrosseln bzw. Überherrn sollten auch nicht vergessen werden, auch wenn ab Fürstenhausen kurzsichtigerweise die dort eigentlich schon vorhandene Fahrleitung abgebaut wurde. Zu früheren Messezeiten fuhren bereits bis Fürstenhausen Fahrzeuge der Saarbahn auf DB-Infrastruktur, die auch heute noch mit Wechselspannung elektrifiziert ist. Im Falle einer Reaktivierung könnte man auf diesen Strecken bei einem Betrieb durch die Saarbahn eine attraktive Durchbindung in die Innenstadt von Saarbrücken anbieten.

Wenn flexibel einsetzbare Fahrzeuge fehlen, dann wird jedoch im Saarland für viele Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin kein attraktives ÖPNV-Angebot möglich gemacht werden können.“

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