Pressemitteilung

PIRATEN wenden sich gegen Genehmigung von Gigalinern

Gigaliner
Gigaliner

Die Hülzweiler Spedition Girlinger plant, regelmäßige Fahrten zwischen Saarlouis und Köln mit überlangen und -schweren LKW, sog. „Gigalinern“ durchzuführen. In der Saarbrücker Zeitung fordert Redakteur Volker Meyer zu Tittinghoff: „Mehr Freie Fahrt für Lang-LKW“, und findet: „die ökologischen und ökonomischen Vorteile der Lang-Lkw sind offensichtlich.“ Der Saarlouiser PIRATEN-Stadtrat Holger Gier sieht dies grundlegend anders:

„Gigaliner haben eine max. Länge von 25,25m und europaweit eine zulässige Gesamtmasse (zGM) von 60 Tonnen, auch wenn in Deutschland vorübergehend nur 44 Tonnen zugelassen sind.

Kommunen, die für die Instandhaltung der – dann völlig überlasteten Straßen – zuständig sind, müssen die ,ökonomischen Vorteile‘ der Frächter und Auftraggeber bezahlen. Selbst Autobahnen sind schon jetzt mit den bisherigen LKW überlastet. Anwohner leiden unter ihrer Gefährlichkeit, beim Überholen und durch ihre Unübersichtlichkeit.

Im Vergleich mit Kombiniertem Verkehr (KV) Schiene-Straße mit ISO-Containern ist für uns und die meisten Fachleute keinerlei ,ökologischer Nutzen‘ erkennbar – im Gegenteil. Die gerade aufgegebenen Klimaziele bis 2020 lassen sich erst erreichen, wenn Kombiverkehr konkurrenzfähig wird.

Güterverkehr auf Schiene wird von der Politik seit Jahren benachteiligt: Nur für Bundesstraßen und Autobahnen wird für LKW eine Maut fällig. Gemessen an der Abnutzung durch LKW, Last- und Sattelzügen – geschweige denn ,Gigaliner‘ – ist sie für Bau und Wartung nicht kostendeckend. Damit wird der LKW-Verkehr über die Steuern aller subventioniert, während das Schienennetz Gewinne abwerfen soll.
Gigaliner sind ein doppelter Rückschritt: Sie werden noch mehr Güter von der Schiene auf die schon überlastete Autobahn bringen. Bahnverkehr als „Rollende Landstraße“ oder im „Huckepack“-Verfahren ist mit Gigalinern nicht möglich, weil die entsprechenden Güterwagen alle auf die bisherigen Fahrzeuge ausgelegt sind.
Damit spricht alles dafür, jetzt auf den Kombiverkehr zu setzen und ihn – auch steuerlich – zu fördern – Mindestens so sehr wie den LKW-Verkehr seit vielen Jahren. Ebenso spricht alles gegen „Gigaliner“: die Ökologie, die Verkehrssicherheit, und die Wirtschaftlichkeit, bezieht man die Wartungskosten der überlasteten Straßen mit ein.“

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